zwei verschiedene Porsche Cayenne Modelle, einer davon der Porsche Cayenne e-Hybrid
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Sportlich, umweltbewusst & vielseitig: SUV in Elektro & Hybrid

von sportwagen-checkers Redaktion

Ist es sinnvoll, einen SUV als Hybrid oder sogar einen Elektro-SUV zu kaufen? Ein SUV mit Elektro- oder Hybrid-Antrieb, das klingt nach der Quadratur des Kreises. Denn SUVs sind größer und schwerer als Limousinen und Kombis. Um sie zu bauen, werden mehr Ressourcen verbraucht und wird mehr CO2 ausgestoßen. Sie verbrauchen mehr Treibstoff oder Strom und verursachen einen höheren CO2-Ausstoß als konventionelle Limousinen oder Kombis. In Deutschland kommt nur ein Teil der Elektrizität aus erneuerbaren Energiequellen. Verwandelt ein SUV als Hybrid und erst recht ein Elektro-SUV nicht einfach nur einen zu hohen CO2-Ausstoß durch fossile Brennstoffe in einen zu hohen CO2-Ausstoß durch Stromverbrauch? Wie sich am Beispiel des Porsche Cayenne E-Hybrid zeigen lässt, ist es nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint.

Erfolgskonzept SUV

Hersteller entwickeln Autos, die der Markt nachfragt. SUVs verzeichnen seit Jahren wachsende Zulassungszahlen. Käufer schätzen den bequemen Einstieg, die erhöhte Sitzposition, die hohe Zuladung und das großzügige Platzangebot für Insassen und Gepäck. Früher schreckten das plumpe Design, das hohe Gewicht und die deutlich schlechteren Fahreigenschaften im Vergleich zu Limousinen und Sportwagen viele Käufer ab. Dann sind Premium-Hersteller mit technisch und optisch herausragenden Produkten in den Markt eingestiegen. Der erste Premium-SUV war der Range Rover aus den 1970-er Jahren. Mit dem Cayenne hat Porsche ein Modell im Programm, das seit seinem Erscheinen Maßstäbe in Design, Fahreigenschaften und Ausstattung setzt. Besitzer eines Cayenne genießen alle Vorteile eines SUV und dürfen sich über Fahrleistungen freuen, die manchen Sportwagen in den Schatten stellen. Der Cayenne ist ein Auto mit dem Anspruch, das Sport Utility Vehicle neu zu definieren. Deshalb muss Porsche auf die wachsende Kritik an der schlechten Umweltbilanz von SUVs antworten. Der Porsche Cayenne E-Hybrid ist diese Antwort.

Warum einen SUV als Hybrid oder Elektro-SUV?

Dass die Premium-Marken zunehmend den SUV als Hybrid oder Elektro-SUV anbieten, sollte niemanden wundern. Beim Tesla Model X mag man noch darüber diskutieren, ob es sich um einen Elektro-SUV oder eine Großraum-Limousine handelt. Ein Audi E-Tron, Jaguar I-Pace oder ein Mercedes EQC ist ein waschechter Elektro-SUV, während der Porsche Cayenne E-Hybrid einen prominenten Platz unter den hybriden SUVs, wie der DS 7 E-Tense, Landrover Evoque, Mitsubishi Outlander oder Volvo XC 90 Hybrid, einnimmt. Aus Sicht der Hersteller ist die Modellstrategie einfach zu erklären. Ein Premium-SUV ist im höheren Preissegment angesiedelt. Und nur dort sind die hohen Entwicklungskosten innovativer E-Antriebe und Akkus wirtschaftlich gerechtfertigt. Außerdem lassen sich in einen Elektro-SUV oder einen SUV als Hybrid größere Akkus mit mehr Kapazität für mehr Reichweite einbauen. Es gibt noch einen politischen Grund. Die EU beschränkt den zulässigen CO2-Ausstoß pro Kilometer immer mehr. SUVs mit konventionellem Verbrennungsmotor stoßen häufig die doppelte der zulässigen Menge aus. Wenn ein Hersteller einen SUV als Hybrid oder einen reinen Elektro-SUV entwickelt, kommt er der Zielvorgabe einen großen Schritt näher. Reine Elektrofahrzeuge sind lokal emissionsfrei und schlagen mit null Emissionen zu Buche. Das erklärt den Bau des Audi E-Tron oder des Mercedes EQC.

Pioniere der Elektromobilität

Wer sich für einen Elektro SUV oder einen SUV als Hybrid entscheidet, muss sich folglich nicht schon deshalb als Umweltsünder fühlen. Kritikern ist entgegenzuhalten, dass

  • die Nachfrage nach SUVs wegen offenkundiger Vorteile dieser Modelle hoch ist
  • die hohen Entwicklungskosten von Innovationen bei Premium-SUVs wirtschaftlich sinnvoll sind
  • ein Elektro-SUV ein größeres Akku für mehr Reichweite als eine Limousine beherbergen kann
  • durch einen SUV-Hybrid und durch einen Elektro-SUV gegenüber einem SUV mit Verbrennungsmotor viel CO2 eingespart wird

Es ist deshalb fairer zu sagen, dass die Hersteller Pionierarbeit für künftige umweltfreundliche Autos leisten, indem sie den Elektro-SUV und den SUV als Hybrid entwickeln. Denn es ist zu erwarten, dass Neuentwicklungen später auch anderen Baureihen zu Gute kommen werden.

SUV als Hybrid oder Elektro-SUV, eine schwierige Abwägung

Was ist die bessere Alternative, ein SUV als Hybrid oder ein reiner Elektro-SUV? Aus der Sicht ökologischer Verantwortung ist das nicht leicht zu entscheiden. Ein Elektro-SUV, wie der Mercedes EQC, verbraucht kein Benzin und stößt während der fahrt keine Schadstoffe aus. Aber es lohnt sich, genauer hinzusehen. Der Akku mit 80 KWh Kapazität bringt den Mercedes im ADAC-Test nur 338 km weit, deutlich weniger als die ab Werk versprochenen 470 km. Der Verbrauch liegt mit 27,6 KWh pro 100 km deutlich über der Werksangabe von 19,7 KWh. Nur im Maximum-Range-Modus, mit stark gedrosselter Leistung, schafft der Mercedes EQC die Werksangaben. Nur dann fährt er umweltfreundlich. Die Herstellung weist eine schlechte CO2-Bilanz auf, an dem die Produktion des großen Akkus einen Anteil hat. Der Mercedes muss diese negative Bilanz auf der Straße erst wettmachen, wenn er umweltfreundlicher als andere sein soll. Der Porsche Cayenne E-Hybrid wiegt weniger und bietet bessere Fahrleistungen. Auf der Rückbank gibt es viel mehr Platz als im Mercedes mit seinem großen Akku unter dem Boden. Mit einem Verbrauch von 3,4 Litern Superbenzin und 20,9 KWh pro 100 Kilometer stößt der Porsche Cayenne E-Hybrid 78,9 g CO2 pro Kilometer aus, zuzüglich Stromverbrauch. Abhängig von der Fahrweise wird auch hier der Verbrauch in der Praxis höher liegen. Überschlägt man aber den gesamten CO2-Ausstoß für den kompletten Lebenszyklus von 150.000 km, wird es für den Mercedes-Fahrer schwer, umweltfreundlicher zu fahren als der Besitzer des Porsche Cayenne E-Hybrid. Über 30.000 Tonnen CO2 wird der komplette CO2-Ausstoß bei beiden Autos sein.

Cayenne E-Hybrid: fortschrittlich und praxistauglich

Die Stärke des Porsche Cayenne E-Hybrid wird im Vergleich zum konventionell angetriebenen Cayenne S ersichtlich: Bei noch besseren Fahrleistungen verbraucht der Porsche Cayenne E-Hybrid 3,4 Liter auf 100 km gegen 11,7 Liter auf 100 km für den Porsche Cayenne S. Am Ende ist der SUV als Hybrid also die bessere Alternative, umweltfreundlicher als SUVs mit Verbrennungsmotor und praxistauglicher als jedes Elektro-SUV. Für den reinen Elektro-SUV spricht nur die Faszination, die von technischen Innovationen ausgeht. Trotz größerer Akkus ist die Reichweite noch immer das Hauptproblem eines reinen Elektro-SUVs. Durch den hohen Stromverbrauch kann er die Vorteile des schadstofffreien Betriebs nicht für eine deutlich bessere CO2-Bilanz nutzen. Der Cayenne E-Hybrid leistet sich bei Reichweite, Platzangebot und Fahreigenschaften keine Abstriche, reduziert jedoch Verbrauch und Schadstoff-Ausstoß gegenüber dem Modell mit Verbrennungsmotor deutlich.

Porsche Deutschland GmbH, Porsche Zentrum Bensberg

https://www.autoscout24.de/informieren/ratgeber/e-mobilitaet/elektroauto-vor-und-nachteile/
https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/elektromobilitaet/kaufen/neue-elektroautos/
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https://www.elektroauto-news.net/elektroauto-vorteile-elektroantrieb/
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https://blog.adac/familienautos-alternative-antriebe-vergleich/
https://www.autobild.de/artikel/neue-plug-in-hybrid-und-elektroautos-bis-2024–5777435.html
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https://www.autozeitung.de/porsche-panamera-4-e-hybrid-test-100000-km-197613.html?image=1
https://www.porsche.com/germany/models/panamera/panamera-e-hybrid-models/
https://www.heise.de/ct/artikel/Ein-Elektroauto-als-Familienfahrzeug-geht-das-wirklich-3302330.html
https://www.electrive.net/2020/01/02/unser-blick-voraus-diese-elektroautos-kommen-2020/

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