Elektroauto Zuhause laden mit dem passenden Ladestecker
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Elektroauto Zuhause laden – Alles was Sie wissen sollten

Mit dem ausgegebenen Ziel der Bundesregierung, zeitnah eine Million Elektroautos auf der Straße zu haben, sind interessante Veränderungen für deren Besitzer möglich.
Einer der unbestreitbaren Vorteile von Elektroautos besteht darin, dass diese bequem zu Hause geladen werden können- sofern eine entsprechende Infrastruktur bereitsteht.
Dieses kleine „Aber“ hat in der Praxis oftmals für ein jähes Erwachen gesorgt, wenn sich herausstellte, dass das neue Elektromobil über Nacht nicht vollständig geladen wurde.
Denn: Eine schnelle Gleichstromladesäule mit aktuell um die 150 kW realistisch abrufbarer Ladeleistung hat man nicht in der eigenen Garage. Hier liefert die normale Schutzkontaktsteckdose maximal 2,3 kW über das mitgelieferte sogenannte „Notladekabel“.

Wissenswertes rund um die verschiedenen Lademöglichkeiten

Die natürliche Art, eine Batterie zu laden, ist mit Gleichstrom. Da jedoch das übliche Stromnetz mit Wechselstrom betrieben wird, gibt die Steckdose im Haushalt ebenfalls Wechselstrom ab. Der normale Hausanschluss in einem modernen Haus besteht meist aus einem Drehstromanschluss, der dann im Sicherungskasten aufgesplittet wird. Dieser kann dementsprechend bei dem gleichen fließenden Strom pro Phase die dreifache Leistung abgeben.
Aus diesem Grunde ist in einem Elektroauto ein Wandler eingebaut, der Wechselstrom zu Gleichstrom umwandelt und dann die Batterien lädt.
Je nach Typ des Autos und dessen Batteriekapazität werden an dieser Stelle Geräte verschiedenster Leistungen eingebaut. Diese reichen von simplen 16 Ampere=3,7 kW Wandlern in den meisten Hybridfahrzeugen mit einer elektrischen Reichweite von 50 km bis hin 22 kW in hochwertigen Autos mit großen Batterien.
Die nächste Stufe besteht darin, Gleichstrom direkt von speziellen Ladesäulen zur Verfügung zu stellen. Die hier fließenden Ströme benötigen allerdings dicke Zuleitungen,die daher auf spezielle Ladesäulen im gewerblichen Umfeld beschränkt sind.
Porsche gibt für 800-Volt-High-Power-Charging-Säulen zu 270 kW Ladeleistung an, die möglich sein sollen. An den üblichen 400V DC Säulen sind je nach verbautem Onboard-Lader entweder 50kW oder 150kW möglich, was eine Ladezeit von ca. 5 Minuten pro 100km weitere Fahrt ermöglicht.

Mit einer eigenen Ladestation Elektroauto zuhause laden?

Wer sein Elektroauto zuhause laden möchte, hat prinzipiell die Auswahl zwischen zwei Möglichkeiten: an einer normalen Steckdose mit dem Notladekabel, oder aber an einer Wallbox. Letztere kann der Ladeelektronik des Autos bis zu 22 kW bereitstellen. In der Praxis werden jedoch viele Fahrzeuge u.a. aus Kostengründen nur mit Ladeelektroniken ausgeliefert, die maximal 11 kW übertragen können. Ein weiterer Grund für derartige Limitierungen besteht darin, dass Ladeelektronik und Batteriepacks sich bei dem Ladevorgang erwärmen und gekühlt werden müssen.
Dies gilt speziell für Fahrzeuge mit großen Hochleistungsbatterien, die kompakt gebaut sind. Stellenweise werden hier zwischen den einzelnen Zellen Kühlkreisläufe eingebaut. Aus diesem Grund sollte der Ladeplatz eines Elektroautos gut belüftet sein, da die Abwärme der Leistungselektronik der Leistung eines kleinen Heizlüfters entsprechen kann.

Was ist bei einer Ladestation zuhause zu beachten?

Aufgrund der Leistungen, die über mehrere Stunden übertragen werden, sollte vor dem Einbau und Projektierung einer Ladestation in Form einer Wallbox ein Elektriker die häusliche Anlage überprüfen. Hierbei wird festgestellt, ob der vorhandene Hausanschluss in der Lage ist, die zusätzliche Dauerlast bereitzustellen. Unter Umständen muss in Folge beim Energieversorger eine Aufstockung der Anschlussleistung beantragt werden. Die Verkabelung muss ebenfalls geprüft werden, oftmals ist das Verlegen neuer, dickerer Stromkabel notwendig, da ansonsten Kabelbrand durch Überlast droht.
Vor der Installation einer Wallbox und eventuell notwendiger Elektroarbeiten lohnt der Blick in das Datenblatt des Autos: Auch Hochleistungsfahrzeuge wie der Porsche Taycan werden oft nur mit 11 kW AC geladen bei einer Batteriekapazität von ca. 80 kWh ist ein Ladevorgang auch mit „nur“ 11 kW in 10 Stunden beendbar- was über Nacht bequem passieren kann.
Bei kleineren Fahrzeugen ist stellenweise die Ladeelektronik nur einphasig ausgelegt, d.h. nur in der Lage, mit max. 3,7 kW zu laden. Hier reicht ein einfache Ladestation vollkommen aus. Wer mehrere Elektroautos zuhause laden möchte, sollte ein höherwertiges Modell wählen, welches zwei Abgänge für Typ 2 Ladekabel besitzt. Hochwertige Ladestationen verfügen hier über ein Lastmanagement, welches unter Umständen eine Vorrangregelung besitzt oder eine Verbrauchserfassung erlaubt. 

Was sind die tatsächlichen Kosten um ein Elektroauto zu Hause zu laden ?

Die Kosten, um ein Elektroauto zuhause zu laden, bestehen nicht nur aus dem eigentlichen Stromverbrauch, sondern zum Großteil in der Installation der Ladestation durch einen Fachbetrieb.
Hier sind Installationsarbeiten incl. Kabelverlegung und Erweiterung des Sicherungskastens einzukalkulieren. 
Wallboxen werden bereits unter 1000 Euro angeboten, hochwertige Modelle mit Verbrauchsauswertung und Keycardsystem werden in Dimensionen über 2500 Euro gehandelt.

Wie viel Strom kostet mich das Laden meines Elektroautos?

Der Stromverbrauch ist abhängig von der Laufleistung und Benutzung von Verbrauchern wie der Heizung. Zusätzlich zum reinen Fahrtverbrauch kommt noch die Abwärme beim Ladevorgang als Verlustleistung dazu. Je nach Tarif beim Stromanbieter lassen sich ggf. mit einem Nachtstromtarif Kosten sparen. Die üblichen Kosten einer Kilowattstunde Strom (incl. anteiliger Grundgebühren) sind heutzutage mit ca. 30 Cent/kWh anzusetzen. Spezielle Schnelladesäulen mit DC-Ladung kommen hier je nach Anbieter stellenweise auf 1 Euro pro kWh. 

Wissenswertes, Tipps und Tricks

Die normale Schukosteckdose ist zwar offiziell für 16A Belastbarkeit ausgelegt, aber darf normativ nur 10A=2,3kW führen, da ansonsten die Kontakte überhitzen. Ein Austausch durch eine CEE-Steckdose (Campingsteckdose) ist normativ gestattet, welche 16A Dauerlast=3,7kW führen darf. Danach können entsprechende Ladekabel (ICCB) mit CEE-Stecker verwendet werden, die die Ladezeiten verkürzen.
Nach Möglichkeit sollten ohnehin lange Ladezeiten gegenüber Schnelladung bevorzugt werden, da diese für die Batterien aufgrund geringerer Erwärmung schonender sind.
Die Installation eines Zwei-Tarif-Zählers für billigen Nachtstrom ermöglicht ggf. einen Tarifwechsel beim Energieversorger mit weiteren Einsparungen.

Porsche Deutschland GmbH, Porsche Zentrum Bensberg

https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/autokatalog/marken-modelle/porsche/porsche-taycan/
https://newsroom.porsche.com/de/produkte/taycan/laden-18540.html
https://www.electrive.net/2019/12/13/p3-charging-index-porsche-taycan-derzeit-bestes-langstrecken-elektroauto/
https://ecomento.de/2018/07/31/porsche-taycan-elektroauto-technik/
https://www.mobilityhouse.com/de_de/elektroautos/porsche/taycan.html
https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossier/elektromobilitaet.html

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