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Elektroauto Umbau: Verbrenner auf Elektro umbauen

von sportwagen-checkers Redaktion

Ist ein Elektroauto als Umbau eines Benziners oder Diesels möglich? Die Umstellung auf Elektromobilität ist im vollen Gang. In manchen Ländern hat die Politik schon ein Datum festgesetzt, an dem der Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotor eingestellt wird. In die Lade-Infrastruktur für Elektro-Autos wird überall investiert. Hersteller bieten bessere Elektroautos mit mehr Reichweite zu günstigeren Preisen an. Fördermittel machen Elektromobilität noch attraktiver. Die Neuzulassungen von Elektroautos steigen. Aber was wird aus den zugelassenen Autos mit Verbrennungsmotor? Erfahren Sie, wie sich Ihr Auto auf Elektro umbauen lässt und ob sich dieser Schritt lohnt.

Ein Auto auf Elektro umbauen, macht das Sinn?

Das ist vor allem eine Frage der Umbaukosten und der Nutzungsdauer. Die Qualität von Neuwagen hat sich in den letzten Jahrzehnten in allen Segmenten stark verbessert. Mit Folgen für die Nutzungsdauer. Durchschnittlich beträgt der Lebenszyklus von Autos in Deutschland 18 Jahre. Spitzenreiter Volkswagen erreicht sogar 26 Jahre. Ebenso ist das Durchschnittsalter von Autos auf deutschen Straßen zwischen 1994 und 2019 von 6,5 auf 9,5 Jahre gestiegen. Bessere Qualität und eine längere Nutzungsdauer bedeuten, dass Autos mit Verbrennungsmotor bei einem konsequenten Umstieg auf Elektromobilität nicht einfach verschrottet werden sollten. Technisch kann man heute fast jedes Auto auf Elektro umbauen, denn der komplette elektrische Antrieb ist kleiner als ein Verbrennungsmotor. Wenn sich Diesel und Benziner im großen Maßstab auf Elektro umbauen lassen, könnte das den Übergang zur Elektromobilität beflügeln. Aber lohnt sich das Elektroauto als Umbau? Und welche Probleme tauchen auf, wenn Sie Ihren Benziner auf Elektro umbauen lassen?

Wie lässt sich ein Auto auf Elektro umbauen?

Wer sein Auto auf Elektro umbauen möchte, benötigt überraschend wenig Bauteile: einen Elektromotor mit Kontrolleinheit, eine Batterie und ein Ladegerät sowie ein Potenziometer am Gaspedal. Hinzu kommen eine Vakuumpumpe und ein Gleichspannungswandler, welche die hohe Batterie-Spannung für den Motor umwandelt. Weiter werden noch eine Anzeige und eine Sicherung benötigt, die mindestens 400 Volt standhält, sowie belastbares Kabelmaterial. Eine Vielzahl von Herstellern bieten schon heute komplette Umbau-Kits für PKW. Die Komplett-Bausätze eignen sich für Tüftler, die selbst ihren Diesel oder Benziner auf Elektro umbauen wollen. Auch ist es schon heute möglich, ein fertiges Elektroauto als Umbau zu erwerben. Dabei geht es um individuelle Umbauten, meistens von Old- und Youngtimern. Von den richtigen Komponenten bis zum fertigen Elektroauto werden alle Bauteile auf Kundenwunsch zusammengesucht und verbaut. Technisch ist der Umbau nicht kompliziert. Mittelständische Unternehmen in der Maschinenbau-Branche sind in dazu in der Lage. Die Bauteile sind kompakt und eignen sich für Kleinwagen. Eine der wichtigsten Märkte für Elektro-Antriebe ist momentan der Oldtimer-Markt. Ein Elektroauto als Umbau lohnt sich bei einem alten Porsche oder Mercedes oft wegen der hohen Kosten einer originalgetreuen Restaurierung des Motors. Die Elektromotoren selbst sind klein, leicht und einfach konstruiert. Der Swindon Powertrain wiegt gerade 50 kg und misst 44,1 x 38,4 x 22,8 cm. Mit einer Leistung von 80 KW / 109 PS bei einem ständig verfügbaren Drehmoment von 136 Newtonmetern eignet sich dieser Motor für jeden, der einen kleinen Benziner in Elektro umbauen möchte. Führt der Umbau zu technischen Problemen? Interessanterweise für ältere Fahrzeuge eigentlich nie. Bei neueren Autos mit komplexer Elektronik kann es zu Schwierigkeiten kommen. Wenn Sie tatsächlich über ein Elektroauto als Umbau nachdenken, sollten Sie sich von einem professionellen Anbieter beraten lassen.

Ein Elektroauto als Umbau – lohnt sich das?

Es ist schon heute möglich, einen beliebigen Benziner auf Elektro umbauen zu lassen. Die Frage ist, ob sich ein solcher Schritt lohnt. Nach einer vorsichtigen Schätzung lässt sich für Preise zwischen 5.000 und 15.000 Euro ohne Arbeitslohn jedes Auto auf Elektro umbauen. Die Preisspanne variiert allerdings stark. Umbausätze für alte Kleinwagen wie die Ente, Renault 4 oder Mini (erste Baureihe) werden ab 5.800 Euro angeboten. Der teuerste Posten ist eine geeignete Batterie, für die ein Preis zwischen 5.000 und 25.000 Euro zu veranschlagen ist. Elektromotoren sind je nach Leistung für Preise zwischen 1.000 und 20.000 Euro erhältlich. Ein Kontrollgerät liegt zwischen 500 und 8.000 Euro und für eine Adapterplatte sind noch einmal 500 bis 1.000 Euro einzuplanen. Wer zum Beispiel eine Mercedes A-Klasse der Baureihe W 169 (2005-2012) als Benziner kaufen würde, müsste dafür 2020 etwa 7.000 Euro investieren. Für noch einmal 7.000 Euro ließe sich dieser Benziner in Elektro umbauen, vorausgesetzt, der Umbau wird in Eigenleistung ausgeführt. Für einen Polo 5 gilt in etwa die gleiche Kalkulation. Wer den Umbau nicht in Eigenleistung schafft, erreicht sehr bald Preisregionen, in denen bereits Elektro-Neuwagen wie VW Up!, Seat Mii oder Smart EQ angeboten werden. Das erklärt, warum der Markt sich zurzeit noch auf Oldtimer konzentriert. Die Beispiele zeigen aber, dass sich das Blatt wenden könnte, wenn die Politik sich entschlösse, eine ähnlich hohe Förderung für ein Elektroauto als Umbau zu gewähren wie für neue Elektroautos.

Hybrid-Nachrüstung

In Anbetracht der hohen Kosten für ein reines Elektroauto als Umbau ist eine Nachrüstung zum Hybrid-Fahrzeug eine interessante Alternative. Für viele Modelle stehen Hybrid-Bausätze zur Verfügung. Die Nachrüstung lohnt sich vor allem für stark motorisierte Fahrzeuge mit einem hohen Gewicht. Ein SUV wie der Porsche Cayenne S kann dank Nachrüstung zum Hybrid-Auto den Verbrauch deutlich senken. Werden die Bausätze günstiger, wird die Nachrüstung als Hybrid auch für Mittelklassewagen attraktiv. Ein italienisches Startup hat einen Hybrid-Bausatz entwickelt, bei dem zwei kleine Elektromotoren an die Hinterräder montiert werden. Der Preis des Kits, das bald auf den Markt kommen soll, wird inklusive Akku unter 3.000 Euro liegen. Auf 100 km ließen sich 2,5 Liter Benzin einsparen. Im Bausatz enthalten sind zwei Solar-Panels für nachhaltiges Aufladen.

Fazit

Mit einem Zuschuss von 5.000 Euro könnte es sich lohnen, ein gebrauchtes Auto auf Elektro umbauen zu lassen. Unterhalb des Neuwagen-Marktes könnte sich dann ein Gebrauchtwagen-Markt für Elektroautos etablieren. Ein Elektroauto als Umbauwäre ab 15.000 Euro erhältlich, wobei Antrieb, Getriebe, Motorsteuerung und Lade-Einheit vollkommen neu wären. Ohne Förderung werden es in erster Linie Idealisten bleiben, die oft in Eigenleistung Diesel oder Benziner auf Elektro umbauen.

Wolfgang Eckert / Pixabay

https://www.autoscout24.de/informieren/ratgeber/e-mobilitaet/elektroauto-vor-und-nachteile/
https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/elektromobilitaet/kaufen/neue-elektroautos/
https://utopia.de/tag/elektrofahrzeuge/
https://www.carwow.de/ratgeber/elektroauto/elektroauto-was-sie-ueber-e-autos-wissen-sollten
https://www.elektroauto-news.net/elektroauto-vorteile-elektroantrieb/
https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/elektromobilitaet/kaufen/passendes-e-auto/
https://www.vaterfreuden.de/geld-und-karriere/finanzen/lohnt-sich-ein-e-auto-f%C3%BCr-familien
https://blog.adac/familienautos-alternative-antriebe-vergleich/
https://www.autobild.de/artikel/neue-plug-in-hybrid-und-elektroautos-bis-2024–5777435.html
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https://www.autozeitung.de/porsche-panamera-4-e-hybrid-test-100000-km-197613.html?image=1
https://www.porsche.com/germany/models/panamera/panamera-e-hybrid-models/
https://www.heise.de/ct/artikel/Ein-Elektroauto-als-Familienfahrzeug-geht-das-wirklich-3302330.html
https://www.electrive.net/2020/01/02/unser-blick-voraus-diese-elektroautos-kommen-2020/

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