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Elektroauto mit Anhängerkupplung

von Christian

Elektroautos sind in aller Munde und gewinnen zunehmend an Popularität. Das Jahr 2020 gilt als das Schlüsseljahr für Elektromobilität. Noch nie waren die Förderbeträge so hoch und kein einziger Automobilhersteller kommt ohne ein Modell mit Elektroantrieb aus. Wer allerdings nach einem Elektroauto mit Anhängerkupplung sucht, stößt schnell auf massive Probleme.

Fragt man den freundlichen Autoverkäufer nach dem bei anderen Fahrzeugen meist selbstverständlichen Extra, wird dieser in der Regel mit dem Kopf schütteln. Doch warum scheinen sich der Elektroantrieb und die Anhängerkupplung bei den meisten Autos nicht miteinander vereinbaren zu lassen? Im Nachfolgenden werden wir versuchen, Antworten zu finden.

Viel Leistung und noch mehr Drehmoment – warum es trotzdem kaum Elektroautos mit Anhängerkupplung gibt

Obwohl Elektroautos die Kriterien, die für den Anhängerbetrieb erforderlich sind erfüllen, geben bisher nur wenige Hersteller von E-Autos Ihre Modelle hierfür frei. Um einen Anhänger ziehen zu dürfen, muss ein Auto über ausreichend Gewicht und das entsprechende Drehmoment verfügen. Hintergrund dabei ist, dass das Auto schwer genug sein muss, damit es von dem Anhänger beim Bremsen nicht nach vorn geschoben werden kann. Das Drehmoment wird benötigt, um auch höhere Lasten bewegen zu können. Je nachdem wie hoch das Drehmoment oder wie schwer das jeweilige Fahrzeug ist, errechnet sich die spezifische zulässige Anhängelast. Beide Voraussetzungen sind bei Elektroautos meist gegeben. Dank des Akkus erreichen sie mühelos das erforderliche Gewicht und auch an Drehmoment mangelt es nicht. Die Leistung liegt bei vielen Elektroautos sogar deutlich über denen von Fahrzeugen mit konventionellem Antrieb. Das Problem liegt in der Reichweite der Batterie. Durch die Anhängelast steigt der Energieverbrauch immens an.

Welche Beanspruchungen für die Batterie ergeben sich durch die zusätzliche Last eines Anhängers?

Das größte Problem in der Technik der Elektromobilität ist nach wie vor die Reichweite. Die ohnehin eingeschränkten Kapazitäten würden durch die zusätzliche Belastung mit einem Anhänger noch mehr in Anspruch genommen. Man sagt, dass die Reichweite eines Elektroautos durch einen Anhänger um bis zu 70 Prozent absinken kann. Die Konsequenz wären, insbesondere bei längeren Strecken, häufige Ladestopps. Dies ist für den Fahrbetrieb relativ unzumutbar, sodass die meisten Hersteller erst gar keine Elektroautos mit Anhängerkupplung anbieten.

Darüber hinaus kann die Leistungsfähigkeit und Lebensdauer des Akkus durch den permanent hohen Energieverbrauch leiden. Eine mögliche Folge wäre, dass die Reichweite bei häufiger Nutzung eines Anhängers auch dann schneller absinkt, wenn gar kein Anhänger in Gebrauch ist. Bei einigen Modellen können sich auch Probleme mit der Bauweise ergeben. Die Konstruktion ist oft nicht dafür konzipiert, das Heck mit einem Anhänger belasten zu können.

Die Entwicklung der Elektroautos wird allerdings ständig vorangetrieben, sodass zu erwarten ist, dass es in absehbarer Zukunft deutlich mehr E-Fahrzeuge geben wird, die mit einer Anhängerkupplung ausgestattet werden können.

Welche Lösungen können wir von der Zukunft erwarten?

Zur Zeit sind die Möglichkeiten begrenzt. Entweder Sie wählen eines der wenigen Modelle, die bereits für den Anhängerbetrieb konzipiert sind oder sie kaufen einen Plug-in-Hybriden. Auch wenn in diesem Bereich noch längst nicht bei allen Fahrzeugen eine Anhängerkupplung zur Verfügung steht, ist die Auswahl wesentlich größer.
Das Problem der Reichweite steht im Fokus der Entwickler, die mit Nachdruck an praktikablen Lösungen arbeiten. Der extreme Leistungsabfall beim Anhängerbetrieb ist ein Problem, das eine Lösung verlangt. Hier und da gibt es erste Erfolge, wie die obig aufgelisteten Fahrzeuge zeigen. Die Zahl der Anhänger kompatiblen Modelle wächst langsam, aber sie wächst. Nicht zuletzt, weil die Kapazitäten der Batterien für Elektroautos ständig verbessert werden.
Darüber hinaus gibt es ein Konzept, das sich damit beschäftigt, den Anhänger mit einem eigenen Antrieb zu versehen. Dank des zusätzlich eingebauten Akkus würde die Batterie des Zugfahrzeuges nicht belastet werden. Ob diese Lösung für die Zukunft tragfähig wird, ist allerdings fraglich. Bisher hat sich die Idee nicht durchsetzen können.

https://praxistipps.chip.de/elektroauto-mit-anhaengerkupplung-diese-modelle-ziehen-anhaenger_105349
https://www.carwow.de/ratgeber/elektroauto/elektroautos-mit-anhaengerkupplung-2020-welche-modelle-gibt-es-und-was-sind-die-probleme
https://www.mobile.de/magazin/artikel/elektroauto-mit-anhaengerkupplung-das-musst-du-wissen-5978https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/elektromobilitaet/kaufen/neue-elektroautos/
https://www.die-auto-welt.de/ratgeber/so-viel-anhaengelast-ist-erlaubt/
https://www.electrive.net/2017/05/10/nissan-e-nv200-bekommt-anhaengerkupplung/

Bildnachweis: Porsche Deutschland GmbH, Porsche Zentrum Bensberg

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